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LBZ Blog

KI im Unterricht: Chancen, Risiken und was Lehrkräfte wissen müssen

Tim Volkensfeld | 21. Juli 2026

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KI im Unterricht: Chancen, Risiken und was Lehrkräfte wissen müssen

Digitalisierung und Unterricht: Künstliche Intelligenz


KI ist im Klassenzimmer angekommen, ob man will oder nicht. Die Zahlen aus dem Schuljahr 2025/26 sind eindeutig:

Lehrkräfte nutzen KI-Tools immer häufiger, Schülerinnen und Schüler noch häufiger. Gleichzeitig fehlen klare Regelungen, Orientierung und Zeit, sich damit zu beschäftigen.


Wo wir grade stehen - KI-Nutzung unter Lehrkräften hat sich verdoppelt

Das Deutsche Schulbarometer 2026 der Robert Bosch Stiftung belegt: Der Anteil der Lehrkräfte, die KI-Tools mehrmals pro Woche einsetzen, hat sich innerhalb eines Jahres von 9 auf 19 Prozent mehr als verdoppelt. Nur noch 10 Prozent der befragten Lehrkräfte geben an, KI-Tools nie zu nutzen, 2024 waren es noch 31 Prozent. Die meistgenannten Anwendungen: Erstellung von Unterrichts-aufgaben (64 Prozent) und Unterstützung bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent). Besonders aktiv sind Lehrkräfte an beruflichen Schulen, am wenigsten verbreitet ist die Nutzung an Förderschulen.


19% nutzen KI mehrmals wöchentlich

Schulbarometer 2026 -- Verdopplung innerhalb eines Jahres (2025: 9%).


64% nutzen KI für Aufgaben

Schulbarometer 2026: Aufgabenerstellung ist die häufigste Anwendung - vor Unterrichtsplanung (58%) und Textkorrekturen.


16% sicher bei Prüfungsfragen

Telekom Stiftung 2026: Nur 16% der Lehrkräfte fühlen sich beim Thema KI in Prüfungen sicher.

Bei Datenschutz: 30%, bei Urheberrecht: 21%.


Neues Pflichtfach ab 2025/26

Im Schuljahr 2025/26 ist in Baden-Württemberg das neue Pflichtfach 'Informatik und Medienbildung' gestartet, mit KI als zentralem Thema. Weitere Bundesländer planen ähnliche Schritte. KI ist nicht mehr nur ein Add-on, sondern wird Teil des Lehrplans.


Die Chancen - Was KI im Unterricht wirklich ermöglichen kann

KI-Tools bieten Lehrkräften und Lernenden echte Vorteile, wenn sie gezielt und reflektiert eingesetzt werden. Die Forschung und aktuelle Praxisberichte zeigen drei Bereiche, in denen der Nutzen besonders klar ist.


CHANCE 1

Individualisierung des Lernens

Adaptive KI-Systeme analysieren das Lernverhalten und Passen Inhalte und Schwierigkeitsgrade automatisch an. Schülerinnen und Schüler können in ihrem eigenen Tempo lernen, ein echter Mehrwert bei heterogenen Klassen.


CHANCE 2

Entlastung bei Routineaufgaben

Aufgaben erstellen, Texte korrigieren, Unterrichtsplanung strukturieren, KI übernimmt Routinen, die Zeit fressen, ohne pädagogische Tiefe zu erfordern. Die eingesparte Zeit kann für echte Beziehungsarbeit genutzt werden.


CHANCE 3

Sofortiges Feedback für Lernende

KI-gestützte Systeme geben Schülerinnen und Schülern unmittelbares Feedback, nicht am nächsten Tag, sondern im Moment des Lernens. Das beschleunigt den Lernfortschritt messbar.


CHANCE 4

Differenzierung ohne Mehraufwand

Mit KI lassen sich Materialien für verschiedene Niveaus schnell anpassen, was bisher Stunden kostete, dauert Minuten.

Das senkt eine der größten Hürden für konsequente Binnendifferenzierung.


Die Risiken - Was KI auch anrichten kann

Wo Chancen sind, sind auch Risiken. Und beim Einsatz von KI im Unterricht sind einige davon gravierend genug, um sie nicht zu ignorieren.


RISIKO 1

Hausaufgaben und Betrug

KI-Agenten erledigen Hausaufgaben vollständig - nicht nur als Hilfe, sondern als Ersatz. Lehrkräfte sollen laut einer Forsa-Erhebung vom Februar 2026 geschult werden, KI-generierte Texte zu erkennen. Prüfungskultur muss neu gedacht werden.


RISIKO 2

Datenschutz und Rechtsunsicherheit

Viele KI-Tools sind nicht DSGVO-konform. Nur 30% der Lehrkräfte fühlen sich beim Thema Datenschutz sicher.

Wer Tools ohne Prüfung einsetzt, riskiert rechtliche Probleme und das Vertrauen von Eltern.


RISIKO 3

Kompetenzverlust durch Auslagern

Wenn KI schreibt, rechnet und strukturiert, lernen Schülerinnen und Schüler es dann noch selbst? Grundlegende Fähigkeiten können verloren gehen, wenn KI als Abkürzung statt als Lernwerkzeug genutzt wird.


RISIKO 4

Algorithmen und Fairness

KI-Systeme sind nicht neutral. Sie spiegeln die Daten wider, auf denen sie trainiert wurden und können Vorurteile verstärken.

Wer KI-generierten Bewertungen blind vertraut, delegiert pädagogisches Urteil an Algorithmen.



Dieser Artikel wurde von Tim Volkensfeld verfasst


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